Drei beliebte Ausreden, um dem Gehorsam zu entrinnen

FW1

Der bibeltreue Christ ist sehr gewandt, wenn es darum geht, in scheinbar biblischer Weise klare Gebote des Herrn außer Kraft zu setzen, bzw. deren Anwendung der Beliebigkeit anheim zu stellen. Angeregt wurde dieser Text von einer Diskussion über die Fußwaschung, die – weil sie nicht in den Lehrbriefen erwähnt wird (was zwar nicht stimmt: 1.Tim 5,10) – uns angeblich nicht betreffe. Dazu kam, dass jedes Gebot zwei oder dreifach bestätigt werden müsse, und zuletzt, dass es nicht um buchstäbliche Anwendung sondern um Prinzipien gehe. Aber der Reihe nach …

Wenn es nicht in den Lehrbriefen steht, dann betrifft es uns nicht

Das ist ein weit verbreiteter Irrtum, der einer Aufklärung bedarf. Dabei ist zuerst einmal zu fragen, wovon der Herr Jesus selbst sagt, dass es uns gilt. Im Missionsbefehl steht nämlich etwas, das allzu oft übersehen wird. Ich hebe es deshalb fett hervor:

„Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen.“ (Mat 28,18-20).

Was betrifft daher jeden Christen? Alles, was der Herr Jesus den Jüngern befohlen hatte, welche gerade drei Jahre mit Ihm durchs Land gezogen und von Ihm unterwiesen worden waren. Wir können das noch bekräftigen, indem wir betonen, dass dies ausdrücklich allen Völkern gilt und zwar alle Tage bis zum Ende der Weltzeit. Dabei sollen wir auch richtig vom Herrn Jesus denken, dem alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben wurde.

Das ist keine Kleinigkeit und eigentlich wäre damit die Behauptung, nur was in den Lehrbriefen stünde betreffe uns, bereits widerlegt. Auch die Idee, dass die Gemeinde ja erst zu Pfingsten gegründet wurde und deshalb die Evangelien nichts für die Gemeinde enthielten, ist damit vom Tisch. Allein diese Vorstellung ist ja einigermaßen grotesk, denn was wäre dann die Apostellehre in Apg 2,42 gewesen, unmittelbar nach der Gemeindegründung zu Pfingsten? Ein Doppelpunkt, weiter nichts! Denn erst, nachdem Jahre und Jahrzehnte später die Briefe geschrieben wurden, hätten sie diese verbindlich! Wir wissen aber, dass die Apostel selbst ihre Lehre nicht auf die Briefe reduzierten, wie Paulus selbst sagt:

„So steht denn nun fest, ihr Brüder, und haltet fest an den Überlieferungen, die ihr gelehrt worden seid, sei es durch ein Wort oder durch einen Brief von uns.“ (2.Thess 2,15). Die mündliche Lehre der Apostel ist ebenso bindend, wie die schriftliche. Selbstverständlich gehören da die Evangelien dazu!

„Das übrige will ich anordnen, sobald ich komme.“ (1.Kor 11,34) – das heißt, was Paulus hier über das Abendmahl lehrte, ist nicht vollständig, sondern wird mündlich ergänzt!

„Ich hätte euch viel zu schreiben, will es aber nicht mit Papier und Tinte tun, sondern ich hoffe, zu euch zu kommen und mündlich mit euch zu reden, damit unsere Freude völlig sei.“ (2.Joh 1,12). War Johannes schon schreibfaul, scheinen die meisten Apostel geradezu Analphabeten gewesen zu sein, da sie uns nichts für die Gemeindelehre hinterließen, oder? Natürlich ist so eine Aussage Unsinn (vgl. Eph 2,20).

Die Briefe der Apostel waren nie als vollständige systematische Lehre gemeint, sondern in der Regel einem Anlass geschuldet. Einmal drang Irrlehre in die Gemeinden ein, und ein Apostel schrieb einen Brief. Oder schwere Sünde und Unordnung veranlasste einen Apostel zu Feder und Papyrus zu greifen. Oder eine Gemeinde brauchte dringend Ermutigung. Zu meinen, dass man in den Briefen so ein verbindliches, systematisches Lehrbuch findet, verkennt deren Ursprung und Intention.

Um die Problematik jedoch besser zu verstehen, gebe ich ein Zitat von Karl Hermann Kaufmann wieder:

„Gemeinden haben die Not, dass sie oft nicht den Mut haben 1Kor 4,6; zu beachten, d.h. nicht über das Geschriebene hinaus zudenken. Praktisch bedeutet dies, alles abzulehnen, was die Bibel nicht in der praktischen Anweisung für die neutestamentliche Gemeinde aufzeigt (Apg 2,42, Lehrbriefe usw).“[1]

Für sich genommen klingt das so, als seien nur die Apostelbriefe tatsächlich die verbindliche Apostellehre für die Gemeinde, und nur was darin stehe, betreffe uns wirklich. Damit tut man K.H. Kaufmann zwar unrecht, aber viele berufen sich auf solche Aussagen, um klare Gebote des Herrn Jesus (wie etwa die Fußwaschung) abzulehnen. Wie etwa folgender Diskussionsbeitrag, wo es gerade um dieses Thema ging:

„Wir halten das in der Gemeinde nicht, weil wir hierzu keine Anweisung in den NT-Apostellehrbriefen als Praktik vorfinden. Sollten wir das tun, dann wäre es als Anweisung für die Gemeinden in den Lehrbriefen enthalten.“ und ein anderer schrieb im selben Sinn: „Die Kopfbedeckung steht in den Lehrbriefen des NT. Diese erwähnen oder zitieren Taufe und Abendmahl, nicht jedoch Fußwaschung (oder auch den Sabbat).

Warum sage ich, dass Bruder Kaufmann Unrecht getan wird, wenn er (direkt oder indirekt) so zitiert wird (oder ein anderer Bibellehrer, der sich an einer Stelle vielleicht ähnlich ausdrückte)? Weil er anderswo auch folgendes sagt:

„Verbindlich für Gemeinde-Lehre ist wie Apg 2,42 anzeigt, die Lehre der Apostel, d.h. die Erläuterungen der Lehrbriefe. Das beinhaltet natürlich auch die Lehre Jesu für die Gemeinde in den Evangelien usw.“ [2]

Wie beim ersten Zitat, endet Bruder Kaufmann übrigens auch hier mit einem usw. und gibt damit zu verstehen, dass seine Aussage jetzt nicht allumfassend aufzufassen sei. Das ist wichtig, und es ist bedauerlich, wenn die Jünger eines Predigers solche Feinheiten nicht wahrnehmen und – wie sie es auch mit der Bibel tun – Wortfetzen aus Vorträgen oder Schriften herausnehmen und in Diskussionen hineinwerfen, die gar nicht so gemeint waren. Nimmt man nämlich das letzte Zitat von Bruder Kaufmann, so steht da doch klar, dass auch alle Worte des Herrn Jesus, welche die Gemeinde betreffen, zur verbindlichen Lehrgrundlage gehören. Damit steht das in völliger Harmonie mit Mat 28,20.

Nun hat mich eines in der Diskussion ein wenig traurig gemacht, dass nämlich die „Fußwaschungsbefürworter“ (als ob man Gebote des Herrn befürworten müsse) einfach als sture Täufer, mit denen man nicht diskutieren kann, abqualifiziert wurden:

„Ich hab das Gefühl, das Ihr Täufer anscheinend auch immer alles „besser“ wisst … (auch wenn ich euch sehr schätze, aber eine Diskussion ist nur mit wenigen von Euch möglich).“

Doch auch hier muss man an Bruder Kaufmann zurückverweisen, der sehr wertschätzend von den Täufern schreibt:

„Man denke nur an das Drama der Reformatoren in deren Haltung zu der gesunden Täuferbewegung und deren Führern (Menno Simons, Michael Sattler, Felix Manz, Balthasar Hubmayer, Konrad Grebel, Georg Blaurock, usw.), was dann zu Mord und Verfolgung geführt hat -sowohl von protestantischer wie auch von katholischer Seite.“ [3]

Was lernt man daraus? Auch ein sich redlich mühender Bibellehrer wird missverstanden und fehlinterpretiert, weil viele Christen heute sehr oberflächliche Leser und Zuhörer geworden sind. Wie sie mit den Predigten umgehen, aus denen sie sich nur das herauspicken, was ihnen passt, machen sie es auch mit der Heiligen Schrift. Es ist eine schwere Zeit, wenn die gesunde Lehre nicht mehr vertragen wird – und da kommt natürlich solch ein Kniff (Wenn es nicht in den Lehrbriefen steht, betrifft es uns nicht) sehr gelegen.

Wenn es nur einmal erwähnt wird, betrifft es uns nicht

Ein zweiter Trick, sich des Gehorsams zu entschlagen, besteht dann, wenn ein Gebot nur einmal erwähnt wird. So hat in derselben Diskussion jemand eingewandt:

„Es ist immer noch keine Stelle aus dem NT genannt worden, dass eine Gemeinde die Fußwaschung praktiziert hat. Jede Sache soll aufgrund zweier oder dreier Zeugen bestehen. Dieses zweite Zeugnis gibt es nicht.“

Wo immer diese Idee herkommt (jemand unterstellte sie Bruder Kaufmann; ich konnte es nicht finden), ich hörte sie hier nicht zum ersten Mal. Gerade Themen, die nur einmal in der Bibel vorkommen, wie das Gebot der Kopfbedeckung der Frau in 1.Kor 11 oder eben die Fußwaschung in Joh 13, und die obendrein ungewohnt, unbequem oder einfach nicht mehr „zeitgemäß“ sind, kann man so elegant vom Tisch wischen.

Wie unsinnig diese Ausflucht ist, zeigt uns nicht nur das tägliche Leben – gilt eine Aufforderung der Eltern erst, wenn sie es zwei oder dreimal wiederholt haben? – sondern der Herr selbst gibt uns ein erstaunliches Beispiel. Was würden wir antworten, wenn wir gefragt werden, welches das wichtigste Gebot ist? Wir würden gemäß dieser Logik zählen, welches Gebot besonders oft wiederholt wurde, oder? Der Herr beantwortete die Frage folgendermaßen:

„Und Jesus sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken«. Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«. An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.“ (Mat 22,37-39).

Wie oft kommen diese Gebote im Alten Testament vor? Gut, das erste Gebot kommt tatsächlich immer wieder vor (5.Mose 6,5; 10,12; 11,13; 30,6). Aber das zweite, welches der Herr als ebenso wichtig sieht, kommt original genau ein einziges Mal im gesamten Alten Testament vor:

„Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen; sondern du sollst deinen Nächsten ernstlich zurechtweisen, dass du nicht seinetwegen Schuld tragen musst! Du sollst nicht Rache üben, noch Groll behalten gegen die Kinder deines Volkes, sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Ich bin der Herr.“ (3.Mose 19,17-18 – ich denke, es macht Sinn, dieses Gebot einmal in seinem Zusammenhang zu lesen).

Überrascht? Der Herr Jesus wählte ein Gebot zum zweitwichtigsten, das nur einmal bezeugt ist. Das Beispiel des Herrn Jesus selbst widerlegt also dieses vermeintliche Prinzip, ein Gebot müsse auf zwei oder drei Zeugen beruhen.

Woher kommt dieser Gedanke? Daher, dass im Gesetz ein Urteilsspruch auf zwei oder drei Zeugen beruhen müsse, besonders bei todeswürdigen Vergehen (Heb 10,28; 5.Mose 17,6-7; 19,15; Mat 18,16; Joh 8,17). Was ist nun der große Unterschied zwischen Gesetz und Urteil? Das Gesetz erhält seine Autorität durch den Gesetzgeber (in dem Fall unser Herr Jesus Christus), der Schuldspruch erhält seine Autorität durch die Zeugen, welche die Gesetzesübertretung bestätigen können.

Gott muss Seine Gebote also nicht wiederholen, und Er braucht auch keine Zeugen, damit Seine Anweisungen gültig sind. Es genügt, dass sie einmal gegeben und uns überliefert wurden, ob durch den Herrn Jesus persönlich oder durch Seine bevollmächtigten Apostel.

Prinzip verstanden, Praxis verworfen

Der letzte Einwand (wieder aus der Diskussion) will das Gebot frei stellen und nur den Kerngedanken, das Prinzip anerkennen:

„Wir sehen dieses nicht als ein Gebot, sondern als ein Symbol für Dienerschaft und Unterordnung. Man „kann“, muss aber nicht.“

Hinzu kommt eine auffallende Abneigung gegen alle Äußerlichkeiten („Zeremonien“), wie in einem Link, der in der Diskussion geteilt wurde, wo die Fußwaschung dann ziemlich eigentümlich mit gegenseitiger biblischer Unterweisung gleichgesetzt wurde (das Wasser sei ja das Wort usw.):

„Nebenbei sei noch bemerkt, dass es in den Briefen des neuen Testaments keine Anweisungen gibt, die Gläubige zu einer rein äußerlichen oder zeremoniellen Fußwaschung auffordern.“ (Bibelkommentare.de)

Wir sind zum Brotbrechen und zur Taufe aufgefordert, für sich genommen ebenso äußere Zeremonien! Die Fußwaschung ist wie diese vom Herrn Jesus aus der damaligen Umwelt übernommen, praktiziert, mit neuem geistlichen Inhalt versehen und geboten worden.  Das ist ein so schwaches Argument, das ich nicht weiß, ob ich lachen oder weinen soll. Ich kann es mir nur aus starken antikatholischen (oder gnostischen) Reflexen erklären, welche die Brüder selbst für die Dinge aus Gottes Wort blind machen, die sogar die Hure Babylon heute noch richtiger macht oder versteht als sie.

Da die Diskussionsteilnehmer allesamt eher aus dem Umfeld bzw. der Zuhörerschaft von Karl Hermann Kaufmann, bzw. den freien Brüdergemeinden stammen dürften, war ich natürlich neugierig, was dieser zur Fußwaschung sagt. Ich habe in meiner eher kurzen Recherche jedoch keine direkte Aussage von ihm gefunden, wohl aber eine Andacht auf einer Seite, die mit Seiner Gemeinde (Freie Brüdergemeinde Albstadt) in Verbindung stehen dürfte. Die Andacht über die Fußwaschung von Rolf Müller ist herausragend gut – bis auf den Abschluss. Ich zitiere hier die Auslegung und danach die enttäuschende „Anwendungsvermeidung“:

„Der alte Mann liest, wie Jesus die Sache dem Petrus erklärt. „Wer gewaschen ist, bedarf nichts denn die Füße waschen, denn er ist ganz rein.“ Die einmalige Waschung, die Vergebung und Rechtfertigung, hatten die Jünger durch den Glauben an Jesus bereits empfangen. „Ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus und durch den Geist unseres Gottes.“ (1. Kor. 6,11). Die Jünger brauchen nur noch die fortwährende Reinigung von den Versündigungen im täglichen Wandel. Der Ausdruck „Füße“ erinnert daran, dass wir noch mit der Erde in Berührung sind. Dem alten Mann ist bewusst, dass Jesus den Jüngern seine Handlung zur Nachahmung empfiehlt. Natürlich können wir niemand von Sünden reinigen. Das kann nur der Herr. Wir sollen sein Beispiel nachahmen. Es ist ein Beispiel der Demut und der dienenden Liebe. Es kommt auf das Motiv an. Wir sollen uns nicht gegenseitig den Kopf, sondern die Füße waschen.“ (ganze Andacht hier).

Ich behaupte einmal, dass keiner der „Fußwaschungsvermeider“ in der erwähnten Diskussion diese Bedeutung der Fußwaschung erfasst hat, denn dann würden sie – wie der hier genannte alte Mann – diese Handlung schätzen und nicht abwehren. Dennoch schwächt auch Rolf Müller ab, wenn er schreibt, der Herr hätte die Handlung zur Nachahmung empfohlen. Der Herr ist viel nachdrücklicher in Seinen Worten:

„Wenn nun ich, der Herr und der Lehrer, eure Füße gewaschen habe, so seid auch ihr schuldig, einander die Füße zu waschen.“ (Joh 13,14 ELB 1905).

Dass ich hier die Elberfelder Bibel statt der Schlachter zitiere, liegt daran, dass die Schlachter 2000 diesen Nachdruck leider verschleiert.[4] Lediglich in der Fußnote erwähnt sie, dass wörtlich dasteht: „so seid auch ihr schuldig/verpflichtet, einander [die Füße zu waschen]“. Wenn aber schon weithin verbreitete und geschätzte Übersetzungen die Gebote des Herrn abschwächen, wie soll der einzelne Jünger dann tatsächlich zum Gehorsam angeleitet werden? Theoretisch durch die Lehrer der Gemeinde – und wenn die es auch nicht wissen, wird aus der Erkenntnis des alten Mannes in der Andacht, dass man den Herrn in der Fußwaschung nachahmen soll, eine reine Empfehlung, und die Handlung selbst zu einem beliebigen Beispiel demütigen Dienstes aneinander:

„Die Fußwaschung ist kein Sakrament [antikatholischer Reflex], das gefeiert werden muss. Sie ist ein Beispiel dienender Liebe, die der Herr den Seinen erwiesen hat. Der Knecht ist nicht größer als sein Herr.“

Und doch erhebt sich der Knecht gerade in dieser Haltung über seinen Herrn, indem er sich selbst aussucht ob, wann und wie er dem Beispiel seines Herrn zu folgen gedenkt. Das heißt, obwohl das Prinzip (scheinbar zumindest) verstanden wurde, wurde die direkte und unmittelbare Anwendung eigenmächtig (!) verworfen. Schade.

In unseren alten Bekenntnissen wird der Fußwaschung ein Absatz gewidmet. Im Artikel 11 des Dordrechter Bekenntnis wird sie sinngemäß gleich verstanden wie in der zitierten Andacht, aber die Anwendung wird ebenso beim Wort genommen:

„Wir bekennen und billigen auch ein Fußwaschen der Heiligen, gleichwie der Herr Christus selbst dasselbe nicht allein eingesetzt, geboten und befohlen (Joh 13,4.17), sondern auch Seinen Aposteln (obwohl Er ihr Herr und Meister war) die Füße gewaschen hat. Damit hat Er ein Beispiel gegeben, dass sie ebenso einander die Füße waschen und so tun sollten, gleichwie Er es getan hatte, welches sie auch weiters die Gläubigen fortan zu halten gelehrt haben. Alles zu einem Zeichen der wahren Demut und Niedrigkeit, als auch, um bei diesem Fußwaschen besonders an das rechte Waschen zu denken, da wir durch Sein kost­bares Blut gewaschen und der Seele nach gereinigt sind.“ (Dordrechter Bekenntnis 1632).

Händeringend stehe ich da und würde den lieben Geschwistern tatsächlich auch gerne den Kopf waschen, nicht nur die Füße, die sich so winden, wenn es um das schlichte Nachahmen Christi geht (vgl. 1.Kor 11,1). Dieses verkopfte Abstrahieren klarer Anweisungen zu allgemeinen Prinzipien, die jeder dann so anwendet wie er will, setzt nämlich unser Ich auf den Thron und reduziert den Herrn auf einen unverbindlichen Ratgeber. Das ist den meisten wohl gar nicht bewusst, und sie tun es auch nicht mit böser Absicht – aber sie tun es dennoch!

„Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht; denn ich bin es auch. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so seid auch ihr verpflichtet, einander die Füße waschen.“ (Joh 13,13-14).

„Wenn ihr dies wisst, glückselig seid ihr, wenn ihr es tut!“ (Joh 13,17).

„Was nennt ihr mich aber »Herr, Herr« und tut nicht, was ich sage?“ (Luk 6,46).

 

[1] http://www.wortzentriert.at/cat-unterscheidung/unterscheiden/interview-karl-hermann-kauffmann/

[2] http://hauszellengemeinde.de/author/karl-hermann-kauffmann/

[3] http://www.wortzentriert.at/cat-unterscheidung/unterscheiden/interview-karl-hermann-kauffmann/

[4] „Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen“ (Joh 13,14, SCH2000)

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Ein Gedanke zu “Drei beliebte Ausreden, um dem Gehorsam zu entrinnen

  1. Bruder Rudolf schreibt:

    Es stimmt, denn in Joh 13,14 steht eindeutig zu lesen: „Wenn nun Ich, der Herr und Lehrer, euch die Füße gewaschen habe, seid auch ihr schuldig , einander die Füße zu waschen. “ (Konkordantes Neues Testament)

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